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am 7. Dezember 2018

Forderung nach alternativer Verkehrsentlastung für Schüttdorf

Die Grünen Pinzgau - Sechs Gründe, die gegen den Bau der Umfahrung sprechen - „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“ mehr denn je gültig

Während der Kundmachungsfrist, welche am 27. Nov.2018 geendet hat, konnten nach dem Bundesstraßengesetz formell Stellungnahmen und Einwendungen eingebracht werden.

Die GRÜNEN Pinzgau haben in ihrer Stellungnahme ihre Forderung nach einer „Alternativen Verkehrslösung für Schüttdorf“ erneut dargestellt.

Diese Alternative Verkehrslösung soll enthalten:

  • Durchgehender 4-streifiger Bestandsausbau an der B 311 vom KV Lutz bis zur Tunneleinfahrt, soweit nicht ohnedies zwei Streifen zur Selektion B 168 und B 311 bereits vorhanden sind.
  • Zweistreifiger Ausbau der Kreisverkehre Lutz und Kitzsteinhornstraße
  • Ertüchtigung der Zu-/Ausfahrten zur Vorselektion der Verkehrsströme
  • Maßnahmen gemäß „Landes-Radroutenkonzept Pinzgauer Zentralraum“
  • Maßnahmen Öffentlicher Verkehr:

     - Aufstockung der S-Bahn Pinzgau zwischen Schwarzach und Saalfelden zu einem Stundentakt; dies ergibt an Werktagen im Wechselspiel mit den REX-Verbindungen einen Halbstundentakt an den derzeitigen REX-Bahnhöfen.

     - Errichtung einer Bahnhaltestelle „Schüttdorf“ an der Westbahnlinie

     - Linien- und Fahrplanoptimierungen im Busverkehr durch integrierte Taktfahrpläne Bahn – Bus

     - Günstige Zeitkarten für den gesamten Pinzgau

 

Vorrangig erscheint dabei – als dringendes Pendant zur Umfahrung Schüttdorf  (von den Befürwortern liebevoll „Entlastungsstraße“ oder einfach „Verbindungsstraße“ genannt) – die alsbaldige Realisierung des Bestandsausbaus zwischen den Kreisverkehren Kitzsteinhornstraße und Lutz. Laut Studie des Landes würde dieser Bestandausbau ohne Grundablösekosten nur 1,4 Mio € kosten. 

Das vorliegende Projekt der Umfahrung (Variante 2a optimiert) wird von den GRÜNEN nach wie vor abgelehnt, weil   

  • der mögliche Verlagerungseffekt mit 22% bis 26 % (je nach Streckenabschnitt) als sehr gering erscheint.
  • die Kosten von 19,3 Mio € angesichts des geringen Verlagerungseffektes als zu hoch erscheinen und die Mittel andernorts (z.b. für S-Bahn-Haltestelle Schüttdorf) fehlen
  • die Siedlung Zellermoos vom übrigen Schüttdorf abgeschnitten wird
  • der unwiederbringliche Bodenverbrauch bei der vorgesehenen Länge von 1,4 km rund 3,5 ha (entspricht 5 Fußballfeldern) beträgt
  • das Landschafts- und Ortsbild massiv beeinträchtigt wird
  • den Zielen im Landes- und Bezirksmobilitätskonzept zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und zur Förderung des Öffentlichen und des Radverkehrs widerspricht.

Die Landespolitik hat inzwischen – obwohl im Gegensatz zur Umfahrung Schüttdorf im Regierungsübereinkommen verankert – den Gitzentunnel auf Eis gelegt und forciert den Öffentlichen Verkehr auf vielen Ebenen. 

Auch im Pinzgau gibt es beachtenswerte Initiativen zur Förderung des Öffentlichen Verkehrs, wie z.B. die dauerhafte Verdichtung des Taktverkehrs auf der Pinzgaubahn oder die Einführung der Pinzgau Sommercard Mobil ab Sommer 2019 (durch die einzelnen Tourismusregionen). Dann fahren Touristen mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln im Pinzgau gratis, die Finanzierung erfolgt über Aufpreise bei den Nächtigungen.
Die S-Bahn von Schwarzach bis Saalfelden wurde ebenfalls seit einem Jahr verdichtet, für Einheimische wird es laut Ankündigung der Landesregierung ab Dezember 2019 weitaus günstigere Regionstickets (wie derzeit erhältlich) geben.

Es ist kontraproduktiv gleichzeitig immer noch 20 Millionen in eine neue Straße zur Erhöhung des Verkehrsaufkommens zu stecken.  „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“ ist die immer noch gültige Aussage des TU Professors Hermann Knoflacher. Die Prognoseberechnungen der Straßenbauer gehen bei Schüttdorf von einer Steigerung des Verkehrsaufkommens um 13 % bis zum Jahre 2030 aus  – das ist nicht gottgegeben, sondern bei entsprechender Verkehrspolitik vermeidbar!